OHNE

 

mekân68 veranstaltet die Ausstellung “Ohne” bestehend aus Bildern und zeichnerischen Arbeiten von 13 KünstlerInnen aus Istanbul. Die zwischen 18 Mai – 18 Juni 2016 zu besuchende Ausstellung rückt den Begriff „Verlust“ als Hauptmotiv in den Vordergrund.

 

Es sind Zeiten, wo wir den Verlust des Bodens unter unseren Füßen spüren und unsere Hoffnungen über die Zukunft verletzend überschattet werden. Millionen Menschen flüchten vor der Kriegszerstörung vor der Grausamkeit der Völkerkriege, der autoritärer Regime und religiösen Fanatismus. Sie müssen ihre Heimat, ihre Häuser verlassen und sich von Allem trennen, was ihnen lieb und wertvoll ist. Für ein besseres, menschenwürdigeres Leben nehmen sie jedes Risiko, sogar den Tod in Kauf. Und wir bezeugen das Ganze notgedrungen. Die Spiegelung ähnlicher Katastrophen in unserer Umgebung nehmen wir in verschiedenen Formen und Stärken wahr. In manchen Regionen fürchten wir vor der Auflösung gesellschaftlicher Werte sowie der Auflösung der Vorzüge der zivilisierten Welt. In den anderen Regionen wird Angstpolitik getrieben, die die Sorgen über den Verlust der kulturellen Homogenität stimulieren. Die Ausstellung „Ohne“ verfolgt die Spur des Verlustes, die Angst vor dem Verlieren, der Schwierigkeit und der Notwendigkeit des Weiterlebens danach.

 

Die Ausstellung ist das Produkt der Zusammenarbeit und gemeinsames Design der KünstlerInnen. Die auf einer Wand, ein Clique bildend nah aneinander angehängte Werke ahmen Annäherung und Solidarität in schwierigen Situationen nach. Die Werke haben gleichzeitig minimale Abmessungen für leichtes Abtransportieren von einem Ort zum anderen – denkend an die Entzogenheit, die die Menschen erleben, die alles hinten sich lassen müssen und nur wenige Gegenstände mitnehmen können, wurde diese Entscheidung für dieses Ausstellungsthema getroffen. Die an der Ausstellung teilnehmenden KünstlerInnen nähern sich an dem Begriff „Verlust“ im weiteren Sinn von verschiedenen Themen aus unterschiedlichen Blickwinkeln an. Manche Werke hinterfragen das auf den Kopf gestellte ökologische Gleichgewicht, und andere Werke hinterfragen die Effekte der unerwarteten Wechsel an Machtbeziehungen. Es werden auf Motive der Entwicklung der Zeit im Zusammenhang ganz am Anfang mit dem Verlust reflektiert, sowie dem Verlust des Symbols auf der Bildebene und des dadurch entstehenden Vakuums hingewiesen. Es wird der Spur des Aufbrechens sensorischer und geistiger Muster über die Vollständigkeit des menschlichen Körpers gefolgt. Gleichzeitig, wird auf die Spur der Gebrechlichkeit, die die monetären und organischen Vollständigkeiten beherbergen, sowie der Spur der kleinen Abrisse, die im täglichen Leben erfahren werden, in den Vordergrund gebrach. Manche Werke setzen sich mit kulturellen Verschlüsselungen auseinander; andere konzentrieren sich auf das Konzept des Opfers als freiwilligen Verlust, oder auf die Bemühungen unter den schweren Zuständen... In diesem Rahmen wird das Publikum eingeladen, einen Konnex zwischen der bestehenden Wertvorstellung der KünstlerInnen, die bei der Entstehung dieser Werke existiert haben und die Aussagekraft herzustellen.

 

Die an der Ausstellung teilnehmenden und mitgestaltenden KünsterInnen:

 

Kerem Ozan Bayraktar, Hera Büyüktaşçıyan, Erdem Ergaz, Ali Elmacı, Erol Eskici, Leyla Gediz, Oğuz Güdek, Ahmet Doğu İpek, Murat Morova, Aslı Özdemir, Deniz Pasha, Erinç Seymen, Burcu Yağcıoğlu

 

Neustiftgasse 68/1

1070, Wien